Malteser: Wesen, Gesundheit und Versicherung
Von Christopher Dovjak · Geschäftsführer der D&P Vermögensmanagement GmbH — Versicherungsmakler gem. § 137 GewO · Zuletzt aktualisiert am

Der Malteser zählt zu den ältesten bekannten Begleithunderassen Europas und ist wegen seiner geringen Größe und seines freundlichen Wesens auch in österreichischen Stadtwohnungen beliebt. Seine kleine Statur bringt allerdings ein typisches Gesundheitsprofil mit: Patellaluxation, Zahnprobleme durch den engen Kiefer und die für die Rasse charakteristischen Tränenflecken gehören zu den häufigsten Themen. Welche Behandlungen regelmäßig anfallen und welche Vertragspunkte bei einem kleinen Begleithund den Unterschied machen, erfährst du weiter unten.
Steckbrief
| Größe | 20–25 cm Widerristhöhe (Rüde und Hündin ähnlich groß) |
|---|---|
| Gewicht | 3–4 kg |
| Lebenserwartung | 12–15 Jahre, teils deutlich darüber |
| FCI-Gruppe | Gruppe 9, Sektion 1 (Bichons und Verwandte) |
| Fellpflege | sehr hoch — langes, seidiges Haar ohne Unterwolle, tägliches Kämmen nötig, dafür kaum Fellwechsel |
| Bewegungsbedarf | gering bis mittel — kurze, regelmäßige Spaziergänge und geistige Beschäftigung reichen aus |
Wesen und Haltung
Der Malteser wurde über Jahrhunderte ausschließlich als Gesellschaftshund gezüchtet, nicht für Jagd oder Hütearbeit — das erklärt seinen ausgeprägten Wunsch nach menschlicher Nähe und seine geringen Ansprüche an Auslauf im Vergleich zu Arbeitshunderassen. Er ist verspielt, anhänglich und in der Regel gut mit anderen Haustieren verträglich, neigt aber bei fehlender Sozialisierung zu übertriebenem Bellen und zu einer für kleine Rassen typischen Distanzlosigkeit gegenüber größeren Hunden, die er trotz seiner Größe nicht als Bedrohung wahrnimmt. Die Fellpflege ist bei dieser Rasse kein Nebenschauplatz: Das lange, seidige Haar ohne Unterwolle verfilzt ohne tägliches Kämmen rasch, besonders in den Achseln und hinter den Ohren, und viele Halterinnen und Halter entscheiden sich deshalb für einen regelmäßig kurz gehaltenen Schnitt. Wegen seiner geringen Größe und des dünnen Fells ist der Malteser zudem kälteempfindlicher als viele andere Rassen und sollte bei niedrigen Temperaturen mit einem Mantel geschützt werden. Als überwiegend anspruchsloser, wohnungstauglicher Begleiter eignet er sich gut für Singles, ältere Menschen und Familien mit rücksichtsvollem Umgang — vorausgesetzt, der tägliche Pflegeaufwand wird realistisch eingeplant.
Rassetypische Erkrankungen
Patellaluxation
Die Patellaluxation — ein Herausspringen der Kniescheibe aus ihrer Führungsrinne — ist die häufigste orthopädische Erkrankung kleiner Hunderassen und betrifft auch den Malteser überdurchschnittlich oft. Je nach Schweregrad werden vier Grade unterschieden: von einem spontan zurückspringenden Kniegelenk bis zur dauerhaft ausgerenkten, nicht mehr manuell reponierbaren Kniescheibe. Leichte Fälle bleiben oft unbehandelt beobachtungspflichtig, höhergradige Fälle erfordern eine Operation zur Korrektur der Gleitrinne und gegebenenfalls der Bänder. Die OP-Kosten liegen üblicherweise zwischen 1.500 und 3.500 Euro, bei beidseitiger Betroffenheit entsprechend mehr.
Zahnstein und Parodontitis
Kleine Rassen wie der Malteser sind wegen des im Verhältnis zum Kiefer eng stehenden Gebisses besonders anfällig für Zahnstein und daraus folgende Zahnfleischentzündungen. Ohne regelmäßige Kontrolle und Reinigung kann sich daraus eine Parodontitis mit Zahnfleischrückgang und im fortgeschrittenen Stadium Zahnverlust entwickeln. Eine professionelle Zahnsteinentfernung mit Politur unter Sedierung kostet am Tierspital der Veterinärmedizinischen Universität Wien 146 bis 231 Euro; müssen zusätzlich Zähne gezogen werden, steigen die Kosten entsprechend.
Tränenkanalverengung und Augenreizungen
Der für den Malteser typische, oft verengte Tränenkanal führt dazu, dass Tränenflüssigkeit nicht ausreichend abfließen kann und stattdessen über das Fell läuft — sichtbar als die für weißes Fell charakteristischen bräunlichen Tränenflecken. Begünstigt wird das zusätzlich durch eine bei der Rasse gehäuft beschriebene follikuläre Bindehautentzündung. Eine tierärztliche Abklärung kann feststellen, ob eine Spülung des Tränenkanals sinnvoll ist; sie behebt die anatomische Ursache allerdings meist nicht dauerhaft, weshalb regelmäßige Augenpflege und -kontrolle bei dieser Rasse zum normalen Pflegealltag gehören.
Dieser Beitrag ersetzt keine tierärztliche Diagnose. Bei akuten Beschwerden bitte umgehend eine Tierärztin oder einen Tierarzt aufsuchen.
Was kostet die Behandlung in Österreich?
Beim Malteser prägen vor allem wiederkehrende, kleinere Behandlungen das Kostenbild — Zahnkontrollen, Augenpflege —, ergänzt durch das Risiko einer größeren orthopädischen Operation bei Patellaluxation. Auch für diese Rasse gilt: Seit der Aufhebung der verbindlichen tierärztlichen Gebührenordnung am 1. August 2016 existiert in Österreich nur die unverbindliche Honorarempfehlung der Österreichischen Tierärztekammer, zuletzt mit einem empfohlenen Nettostundensatz von 172 Euro für Leistungsstufe I (Verlautbarung gültig ab 24. November 2025). Am Tierspital der Veterinärmedizinischen Universität Wien liegt eine Erstuntersuchung bei ab 144 Euro, eine Zahnsteinentfernung mit Politur bei 146 bis 231 Euro — die tatsächliche Rechnung hängt aber immer von Aufwand, Ordination und Region ab.
Tierkrankenversicherung für den Malteser
Für eine kleine Rasse wie den Malteser lohnt sich ein Blick darauf, wie ein Tarif mit häufigen, aber vergleichsweise kleinteiligen Behandlungen wie Zahnsteinentfernungen umgeht — manche Bedingungswerke begrenzen die Erstattung für zahnmedizinische Leistungen gesondert. Weil Patellaluxation oft schon in jungen Jahren erkennbar wird, zählt auch hier ein früher Vertragsabschluss vor dem Auftreten erster Symptome zu den wichtigsten Stellschrauben, damit die Wartezeit bereits abgelaufen ist, wenn eine Behandlung tatsächlich ansteht. Wegen des rassetypisch erhöhten Risikos sind bei kleinen Rassen wie dem Malteser Rassezuschläge dem Grunde nach verbreitet.
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Häufige Fragen
Ist der Malteser anfällig für Patellaluxation?
Ja, kleine Rassen wie der Malteser sind überdurchschnittlich häufig betroffen. Mögliche Anzeichen sind ein gelegentliches Hüpfen auf drei Beinen oder ein kurzzeitiges Einknicken des Hinterlaufs. Eine sichere Einordnung nach Schweregrad kann nur eine tierärztliche Untersuchung liefern.
Warum bekommt mein Malteser Tränenflecken?
Meist liegt ein verengter Tränenkanal zugrunde, durch den Tränenflüssigkeit statt abzufließen über das Fell läuft. Auf weißem Fell wird das durch die entstehenden bräunlichen Verfärbungen besonders sichtbar. Eine tierärztliche Abklärung zeigt, ob eine Spülung sinnvoll ist — die anatomische Ursache bleibt in der Regel aber bestehen.
Wie oft sollte ich die Zähne meines Malteser kontrollieren lassen?
Wegen des engen Kiefers und der erhöhten Zahnsteinneigung ist bei dieser Rasse eine tierärztliche Kontrolle mindestens einmal jährlich sinnvoll, bei ersten Anzeichen von Mundgeruch oder Zahnfleischrötung auch früher. Regelmäßiges Zähneputzen zu Hause kann die Zahnsteinbildung zusätzlich verlangsamen.
Verträgt der Malteser Kälte?
Eher schlecht. Das lange Fell ohne wärmende Unterwolle und die geringe Körpergröße machen den Malteser kälteempfindlicher als viele andere Rassen. Bei niedrigen Temperaturen und längeren Aufenthalten im Freien ist ein schützender Mantel sinnvoll.
Ab wann sollte ich meinen Malteser versichern?
Am besten schon im Welpenalter, weil sich Patellaluxation oft früh zeigt und ein rechtzeitiger Abschluss die Wartezeit abdeckt, bevor eine Behandlung ansteht. Ein bereits diagnostizierter Befund gilt bei den meisten Tarifen als Vorerkrankung und wird von der Deckung ausgeschlossen.
Quellen
- AniCura Österreich, Operation der Patellaluxation beim Hund, abgerufen am 5. August 2026 (https://www.anicura.at/leistungen/hund/operation-der-patellaluxation/)
- durchblicker.at, Tierarztkosten für Hunde in Österreich, abgerufen am 5. August 2026 (https://durchblicker.at/wissen/behandlungskosten-hundeversicherung)
- Österreichische Tierärztekammer, Verlautbarung Stundensatz für tierärztliche Leistungen, gültig ab 24.11.2025, abgerufen am 5. August 2026 (https://www.tieraerztekammer.at/oeffentlicher-bereich/berufsinformation/berufsleitfaden/honorare)
Dieser Beitrag informiert allgemein und ersetzt keine individuelle Beratung. Wie wir arbeiten, woher unsere Zahlen kommen und wie oft wir sie prüfen, steht unter Wie wir arbeiten.
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