Havaneser: Wesen, Gesundheit und Versicherung
Von Christopher Dovjak · Geschäftsführer der D&P Vermögensmanagement GmbH — Versicherungsmakler gem. § 137 GewO · Zuletzt aktualisiert am

Der Havaneser gehört zu den beliebtesten kleinen Begleithunden Österreichs – anhänglich, verspielt und gut für die Wohnungshaltung geeignet. Gesundheitlich stehen bei ihm vor allem Patellaluxation und die Mitralklappeninsuffizienz des Herzens im Fokus. Welche Beträge dahinterstehen und welche Vertragsdetails bei einem kleinen Begleithund zählen, erfährst du weiter unten.
Steckbrief
| Größe | 21–29 cm, im Durchschnitt 23–27 cm |
|---|---|
| Gewicht | 4–8 kg |
| Lebenserwartung | 14–16 Jahre |
| FCI-Gruppe | Gruppe 9, Sektion 1 (Bichons und Verwandte), Rassestandard Nr. 250 |
| Fellpflege | hoch – langes, weiches Doppelhaar ohne dichte Unterwolle, mehrmals wöchentliches Bürsten nötig |
| Bewegungsbedarf | mittel – anpassungsfähig, freut sich aber über tägliche Spaziergänge und Beschäftigung |
Wesen und Haltung
Der Havaneser stammt von den auf Kuba gehaltenen Bichon-Hunden ab, die dort jahrhundertelang als reine Gesellschaftshunde gezüchtet wurden – ein Erbe, das seinen Charakter bis heute prägt: Er ist auf engen menschlichen Kontakt ausgelegt und verträgt Alleinsein deutlich schlechter als viele andere Rassen. Wird er regelmäßig über längere Zeit allein gelassen, entwickelt er nicht selten Trennungsangst mit Symptomen wie Dauerbellen, Zerstörungsverhalten oder Unsauberkeit trotz stubenreiner Erziehung – ein Haltungsfehler, der bei stark menschenbezogenen Rassen wie dieser häufiger vorkommt als bei unabhängigeren Hunden. Für die Wohnungshaltung ist der Havaneser gut geeignet, sofern sein Bewegungs- und Beschäftigungsbedarf nicht unterschätzt wird: Trotz seiner Größe ist er kein reiner Schoßhund, sondern verspielt und lernfreudig bis ins hohe Alter, was ihn für Hundesport wie Agility auf kleinem Niveau interessant macht. Sein Fell haart kaum, was ihm einen Ruf als allergikerfreundlich einbringt, verlangt dafür aber mehrmals wöchentliches, gründliches Bürsten, da es sonst schnell verfilzt. Im Umgang mit Kindern gilt er als geduldig, sollte aber wegen seiner Zerbrechlichkeit nicht grob angefasst werden.
Rassetypische Erkrankungen
Patellaluxation
Die Patellaluxation, bei der die Kniescheibe aus ihrer Gleitrinne springt, gilt als häufigste orthopädische Erkrankung kleiner Hunderassen und ist auch beim Havaneser verbreitet. Anzeichen sind ein plötzliches, kurzes Hüpfen auf drei Beinen, oft schon im Junghundealter erkennbar. Höhere Schweregrade werden operativ korrigiert; der reine Eingriff liegt bei rund 770–1.400 € je Knie, inklusive Diagnostik, Narkose und Nachsorge bei rund 2.000 € je Knie.
Mitralklappeninsuffizienz
Bei dieser Herzklappenerkrankung schließt die Mitralklappe nicht mehr vollständig, wodurch Blut zurückfließt und das Herz auf Dauer überlastet wird – kleine Rassen wie der Havaneser sind besonders häufig betroffen, meist im mittleren bis höheren Lebensalter. Ein Herzgeräusch ohne weitere Symptome erfordert oft noch keine Therapie, aber jährliche Kontrollen. Zeigen sich Leistungsschwäche oder Atemnot, ist eine lebenslange, tägliche Medikamentengabe nötig, begleitet von regelmäßigen tierärztlichen Kontrolluntersuchungen.
Progressive Retinaatrophie (PRA)
Bei der PRA degeneriert die Netzhaut schrittweise, was unbehandelbar zur Erblindung führt. Ein Gentest kann das Risiko vor der Zucht abklären; für bereits erkrankte Hunde gibt es keine Therapie, die das Fortschreiten aufhält. Die Kosten entstehen vor allem durch die augenärztliche Diagnostik zur Bestätigung der Diagnose.
Portosystemischer Shunt (Lebershunt)
Bei dieser angeborenen Gefäßfehlbildung wird die Leber teilweise umgangen, wodurch Giftstoffe im Blut nicht ausreichend abgebaut werden. Anzeichen wie Wachstumsverzögerung oder auffälliges Verhalten nach dem Fressen zeigen sich meist schon im Welpenalter. Die operative Korrektur liegt inklusive Diagnostik meist bei rund 2.000–4.000 €.
Dieser Beitrag ersetzt keine tierärztliche Diagnose. Bei akuten Beschwerden bitte umgehend eine Tierärztin oder einen Tierarzt aufsuchen.
Was kostet die Behandlung in Österreich?
Wie teuer eine Behandlung ausfällt, entscheidet in Österreich jede Ordination selbst: Verbindliche Tarife gibt es seit 2016 nicht mehr, die Tierärztekammer nennt in ihrer ab 24. November 2025 gültigen Verlautbarung lediglich 172 € netto je Stunde für die Leistungsstufe I. Dieselbe Leistung kann zwischen zwei Praxen deshalb spürbar unterschiedlich viel kosten. Eine Patellaluxations-OP liegt inklusive Nachsorge bei rund 2.000 € je Knie, die operative Korrektur eines Lebershunts bei 2.000–4.000 €. Für die Herzerkrankung fallen keine einmaligen, sondern laufende Kosten für Medikamente und Kontrollen an, die über die Lebenszeit des Hundes deutlich ins Gewicht fallen können. Eine Kastration liegt je nach Geschlecht zwischen 200 und 900 €.
Tierkrankenversicherung für den Havaneser
Beim Havaneser lohnt sich besonders ein Blick auf die Deckung chronischer, dauerhafter Behandlungen: Anders als eine einmalige OP verursacht eine Mitralklappeninsuffizienz über Jahre laufende Medikamenten- und Kontrollkosten, und manche Tarife begrenzen die Erstattung für Dauererkrankungen anders als für einmalige Eingriffe. Wichtig ist außerdem die Wartezeit zwischen Vertragsabschluss und Leistungsbeginn, die bei Herz- und Augenerkrankungen oft mehrere Wochen bis Monate beträgt, sowie die Frage, ob ein bereits vor Vertragsabschluss festgestelltes Herzgeräusch als Vorerkrankung gilt. Rassezuschläge dem Grunde nach kommen bei kleinen, herzanfälligen Rassen vor.
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Häufige Fragen
Ist der Havaneser für Allergiker geeignet?
Vollständig hypoallergen ist keine Hunderasse, auch der Havaneser nicht. Sein Fell haart aber kaum und verteilt dadurch weniger Allergene im Wohnraum als stark haarende Rassen. Bei bestehender Allergie empfiehlt sich vorheriger Kontakt mit dem konkreten Hund vor der Anschaffung.
Wie erkenne ich ein Herzgeräusch beim Havaneser frühzeitig?
Ein beginnendes Herzgeräusch ist für Halter zu Hause meist nicht hörbar und wird in der Regel bei der routinemäßigen tierärztlichen Untersuchung mit dem Stethoskop festgestellt. Deshalb sind bei kleinen, herzanfälligen Rassen wie dem Havaneser regelmäßige Vorsorgeuntersuchungen ab dem mittleren Lebensalter sinnvoll.
Kann ein Havaneser lange allein bleiben?
Eher nicht gut – der Havaneser ist stark auf menschlichen Kontakt ausgerichtet und neigt bei häufigem, langem Alleinsein zu Trennungsangst. Ein langsamer Gewöhnungsprozess an kurze Abwesenheiten ist sinnvoller als lange Alleinzeiten von Anfang an.
Wie pflegeintensiv ist das Fell des Havaneser?
Mehrmals wöchentliches, gründliches Bürsten ist notwendig, da das lange Doppelhaar sonst schnell verfilzt, besonders hinter den Ohren und in den Achseln. Viele Halter lassen das Fell zusätzlich regelmäßig von einem Hundefriseur kürzen und pflegen.
Wie alt werden Havaneser im Durchschnitt?
Meist zwischen 14 und 16 Jahren, was den Havaneser zu einer vergleichsweise langlebigen Rasse macht. Gerade deshalb lohnt sich bei chronischen Erkrankungen wie einer Herzklappenschwäche eine Kalkulation über die gesamte, oft lange Lebenszeit.
Quellen
- Fibi's Adventures, „Patellaluxation & Co. – gesundheitliche Stolpersteine beim Havaneser", abgerufen am 5. August 2026: https://www.fibisadventures.com/post/patellaluxation-co-gesundheitliche-stolpersteine-beim-havaneser
- Tierklinik St. Pölten, „Portosystemische Shunts beim Hund", abgerufen am 5. August 2026: https://www.tierklinik-stp.at/portosystemsicher-shunt-hund/
- Österreichische Tierärztekammer, Verlautbarung Stundensatz für tierärztliche Leistungen (gültig ab 24.11.2025), abgerufen am 5. August 2026: https://www.tieraerztekammer.at/oeffentlicher-bereich/berufsinformation/berufsleitfaden/honorare
Dieser Beitrag informiert allgemein und ersetzt keine individuelle Beratung. Wie wir arbeiten, woher unsere Zahlen kommen und wie oft wir sie prüfen, steht unter Wie wir arbeiten.
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